Altstadt als Treffpunkt für Jugendliche

In der letzten Sitzung der Stralsunder Bürgerschaft wurden erneut die bestehenden Konflikte im Bereich der Altstadt (Ossenreyer Straße und Quartier 17) beraten und diskutiert. Dazu erklärt der Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/SPD/Piratenpartei, Jürgen Suhr:

In diesem Konflikt helfen keine populistischen Lösungen. Insbesondere im Bereich der Altstadt gibt es zu wenige Möglichkeiten, um jungen Menschen Orte zu bieten, an denen sie sich aufhalten können. Dies ist aber kein neues Phänomen und Verwaltung wie auch Bürgerschaft suchen ja seit Jahren Möglichkeiten. Ich bin daher sehr froh, dass nun mit dem Skaterpark auf der Schützenbastion ein solcher Platz in unmittelbarer Nähe der Altstadt geschaffen wird. Wir haben das unterstützt. Die Bauarbeiten haben begonnen. 

Wir wissen, dass junge Menschen aus ganz unterschiedlichen Stadtteilen immer wieder in die Altstadt kommen, um sich zu treffen. Selbstverständlich haben sie das Recht dazu. Dass wir dies mit dem Einsatz von Jugendsozialarbeiter*innen vor allem in der Altstadt begleiten und unterstützen, ist ein zweiter wichtiger Baustein, denn die aufsuchende Jugendsozialarbeit öffnet oft Türen, um zu vermitteln, ins Gespräch zu kommen oder Verständnis füreinander zu entwickeln.

Die Jugendsozialarbeiter*innen in unserer Stadt machen einen wirklich guten Job, und ich möchte mich dafür sehr bedanken. Aber natürlich müssen wir alle in diesem dynamischen Prozess immer wieder prüfen, ob die Angebote für die jungen Menschen ausreichen oder ob wir ergänzen oder verändern müssen. Hierbei mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen ins Gespräch zu kommen und sie mitzunehmen, ist eine wichtige Voraussetzung dazu.

Dass manche Anwohner*innen und Besucher*innen der Altstadt wegen der manchmal großen Präsenz verschiedener Jugendgruppen vor dem Quartier 17 und auch im Gebäude selbst Ängste und Vorsicht verspüren, müssen wir gleichzeitig sehr ernst nehmen. Beschädigungen und Schmierereien im Gebäude dulden keine Toleranz. Ich möchte aber deutlich machen, dass die Polizei die Vorgänge, die sie seit Anfang des Jahres aufgenommen hat, nur zu einem Drittel der Fälle in einen Zusammenhang mit Jugendlichen stellt. Aber ganz unabhängig davon möchte ich sehr deutlich machen, dass Anwohner*innen und Besucher*innen der Altstadt sich auch im Umfeld des Quartiers 17 angstfrei und unbeeinträchtigt bewegen oder wohnen können müssen. Dazu müssen auch wir die Bedingungen schaffen. 

Der Bericht des NDR gibt die Gesamtsituation aus meiner Sicht gut wieder und ich empfehle, sich diesen einmal anzusehen. 
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/nordmagazin/stralsund-aerger-mit-jugendlichen-und-trinkern-im-quartier-17,nordmagazin-8940.html

V.i.S.d.P.: Miriam Weber, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/SPD/Piratenpartei in der Bürgerschaft der Hansestadt Stralsund, Rathaus, Alter Markt, 18439 Stralsund